Die Entstehungsgeschichte von SEVEN

Ich habe bereits erwähnt, dass ich seit meiner frühen Kindheit Geschichten erfunden habe und seit über 12 Jahren Mangas zeichne. Mir war klar, dass ich eines Tages Schriftsteller oder Comiczeichner werde. Dachte ich jedenfalls.

Eine gute Geschichte zu erfinden und sie visuell umzusetzen ist schwieriger als gedacht.


Mein erster Manga hieß "Mana Adventure". Ich habe - zusammen mit zwei Freundinnen - einen 120 Seiten langen Manga gezeichnet und an Carlsen Comics geschickt. Und ja - er wurde abgelehnt. Im Nachhinein betrachtet nicht verwunderlich, immerhin war er ziemlich schlecht. Aber ich war trotzdem stolz auf unser Werk.


Nach Mana Adventure gab es noch ein paar kleine namenlose Projekte und Ideen. "Samurai Boy" war ein Kurzcomic, mit dem ich bei einem Wettbewerb teilgenommen habe - natürlich nicht gewonnen.


Danach befasste ich mich mit meinem zweiten richtigen Manga "Raiderman". In Raiderman ging es um zwei Männer, einen kleinen rothaarigen und einen großen blonden, die zusammen Abenteuer erleben. Klingelt da was?

Ja! Raiderman war der Anfang für Gary Dermond und Rai Miles (RaiDer ist eine Zusammensetzung beider Namen). Sie waren damals schon beste Freunde und erlebten viel Mist. Doch damals war Gary ein einfacher Schüler, der bei seinem Onkel und seiner Tante lebte. Rai war damals kein Specialagent, sondern ein einfacher Typi, der kämpfen konnte.

Jedenfalls waren die beiden Kopfgeldjäger und jagten den Verbrecher Slim Sullvian. Auch bei diesem Namen kann man aufmerksam werden. Ja - Garys Nachbar aus Seven, Prof. Sullivan, war früher als Verbrecher und Feind der beiden gedacht. Tja, vom blutrünstigen Verbrecher zu einem harmlosen Nachbarn.

Raiderman gab es in mehreren Fassungen. Ich habe dazu ca 160 Seiten gezeichnet, jedoch nie veröffentlicht.


"Crysalica - Feuer und Eis" (nein, kein Ripoff von Game of Thrones) war mein nächstes Projekt. Es ging um die junge Rebellin Aurora, deren Dorf von der königlichen Armee zerstört wurde. Crystalica war ein eher düsterer Manga mit viel Drama und wenig Humor. Obwohl ich die Storyline sehr gemocht habe, hat es der Manga nie aufs Papier geschafft. 

Vielleicht verwende ich Aurora für SEVEN - immerhin ist sie ein gut durchdachter Charakter von mir.


Und jetzt kommen wir zu SEVEN.

SEVEN hat sehr viele Facetten.

Es war schon immer klar, dass Gary Dermond der Hauptcharakter sein wird. Ich mag das Konzept, dass die Hauptperson nicht stark ist.

In Mangas wie One Piece, Naruto, Dragenball, etc sind immer die Hauptcharaktere starke, liebenswerte (und teilweise dumme) Männer, die immer stärker und stärker werde. Stark werden für ihre Freunde, stark werden, um ihren Gegner zu besiegen. Blablabla. Nicht falsch verstehen. Ich LIEBE One Piece und Dragenball Z - ich habe sie schon als Kind gefeiert. Naruto eher weniger. Egal! Jedenfalls habe ich nichts gegen dieses Konzept, ich wollte es nur einfach nicht für meinen Manga verwenden.

Gary Dermond ist schwächlich, sarkastisch und hoch intelligent. Er schätzt seine Kollegen von der Heldengilde nicht und ist immer leicht genervt. "Neutral good" wäre eine gute Definition für ihn. Er tut das, was er für richtig hält und hilft Leuten, jedoch ist er kein Held. Er stürzt sich nicht in jeden Kampf, sondern analysiert die Situation und entscheidet dann.

Gary wird niemals ein körperlich starker Charatker sein. Es wird keine epischen Bosskämpfe geben, in dem er seine super duper Geheimkräfte entdeckt und den Tag rettet. Aber bitte, sei nicht enttäuscht. Es wird Kämpfe geben und es wird epische Sequenzen mit super duper Geheimkräften geben - jedoch nicht mit Gary und auch nicht im Vordergrund.

Normalerweise soll der Hauptcharakter herausstechen, doch ich halte nicht zuviel davon. Natürlich soll sich alles um unseren Helden drehen und er soll im Mittelpunkt stehen, doch es gibt Grenzen.

Was meine ich genau damit? Nehmen wir Yu-Gi-Oh als Beispiel. Ich habe den Anime geliebt als Kind und die abridged Version feiere ich heute noch. Jedenfalls sticht der kleine Yugi durch seinen kleinen Körper und seine GIGANTISCHEN Haare sofort aus der Menge heraus. Über die Zeit wurden die Frisuren der Leute immer skuriller und es fiel nicht mehr so krass auf, aber Yugi ist immer noch eine Nummer für sich.

Aber das wollte ich nicht. Deswegen nahm ich mir lieber ein Beispiel an One Piece. Ruffy sticht wegen seinem Strohhut und seiner Narbe im Gesicht heraus. Bis auf Franky und Brook sind seine Crewmitglieder alle sehr "dezent" gezeichnet. Sie fallen zwar in der Menge auf, aber nicht negativ. Sie sehen "normal" aus für ihre Umwelt.

Und das habe ich an Gary angewandt. Er hat zwar spezielle Augen und Lippen, doch wenn man nicht darauf achtet, dann fällt es nicht auf. Gary ist einer der wenigen Personen, die zweifärbige Haare hat - untypisch für einen Manga, nicht?

Genug von Gary, dem Strategen.

Rai Miles ist ein anderes Kapitel. Auch Rais Charakter war schon immer ein fixer Bestandteil in SEVEN. Sein Charakter hat sich jedoch immer weiter entwickelt, im Gegensatz zu Gary. Während Gary schon immer dieser freche, genervte Junge war, war Rai früher seriös. Doch aus dieser seriösen Person wurde ein desinteressierter, lustiger Sidekick, der die ganzen Oneliner bringen soll.

Rais Design soll einem wahren Helden ähneln. Blondes, langes Haar, hellblaue Augen und eine schlanke und doch kräftige Statur. Er ist auch ein Schwertkämpfer. Doch sein Aussehen täuscht. Rai hasst Helden.

Auch Rai hat seine speziellen Merkmale. Er hat katzenhafte Augen, die ich so bei anderen nicht zeichne und eine lange, definierte Nase.

Ein kleiner Fun Fact am Rande. Als ich damals Raiderman gezeichnet habe, ist mir das Konzept von "Größenunterschied" ein Fremdwort gewesen. Alle Charakte sahen in den Bildern gleich groß aus. Der fast 1,60 m großer Gary sah gleich groß wie der 1,90 m große Rai aus. Zum Glück lernt man aus seinen Fehlern.


Okay... Jetzt habe ich mich ein bisschen verplappert (oder verschrieben - höhöhö).

Eigentlich wollte ich noch ein bisschen über SEVEN an sich reden. Aber dazu in einem anderen Blog.


Danke fürs Lesen :-)

Eure 7ombiequeen